Ogdoadische Mysterien

„Gott wurde Mensch, damit der Mensch Gott werde“ 

Athanasius von Alexandria

 

Die Ogdoadische Tradition christlicher Mysterien ist aus einer Verschmelzung antiker Traditionen des östlichen Mittelmeerraums mit den mystischen Lehren der frühchristlichen Klöster entstanden. In diesem über Jahrhunderte tradierten System spielen Initiation und rituelle Praxis eine zentrale Rolle.

Durch die Initiation wird die Alltagswirklichkeit eines gewöhnlichen Individuums überschritten, hin zu einer (mehr oder weniger) dauerhaften Verankerung in einer größeren Wirklichkeit. Dabei werden die latent in jedem Menschen vorhandenen geistigen Potentiale aktiviert, so dass allmählich die in den Mysterien verborgeneren Geheimnisse erfasst werden können. Geheimnis in diesem Sinne hat nichts mit einer sektiererischen Exklusivität zu tun, sondern mit einem Nichtsagenkönnen des Heiligen.

Durch die darauffolgenden spirituellen Übungen wird sich der Initiierte über einen längeren Zeitraum allmählich des transformativen Geschehens bewusst und kann die neu gewonnenen Einsichten in seine Psyche integrieren. Erkennen geschieht also durch direkte Erfahrung und nicht durch das Fürwahrhalten von theoretischen Konzepten. 

Ein solches Wissen um die Wirksamkeit von Initiation und Ritual existierte auch in der Alten Kirche und führte zur Entwicklung theurgischer Rituale. Theurgie zielt darauf ab, eine direkte Verbindung zu höheren Wesen (bzw. zum dreifaltigen Gott) herzustellen und göttliche Kräfte zu empfangen. Im Zentrum steht dabei die Idee, dass der Mensch, indem er sich dem Göttlichen nähert und mit ihm in Einklang kommt, seine Seele veredelt und zu einem kosmischen Bewusstsein findet.

Solche bereits über Jahrtausende in allen Hochkulturen entwickelten „spirituellen Technologien“ führen schließlich in objektiver Weise zu bestimmten Einsichten mit subjektiver Prägung. Es handelt sich hier um eine echte Wissenschaft des Heiligen mit einer klar definierten Methodik.

In allen Zeiten wurden an verschiedenen Orten kleine Gemeinschaften (Zirkel, Orden, Gesellschaften) gebildet, um einen organisatorischen Rahmen für die Übermittlung dieses heiligen Wissens zu schaffen. Die Eingeweihten der Ogdoadischen Mysterien führen dabei ein ganz normales Leben und bleiben in ihr jeweiliges familiäres und gesellschaftliches Umfeld eingebunden. 

Im Unterschied zu einer weltverneinenden, asketischen Ausrichtung wird eine panentheistische Sichtweise auf Gott und seine Schöpfung betont. Gott wird hierbei als lebendige Transzendenz verstanden, die sich in ihrer Schöpfung als ewiges Werden offenbart: „Ein Gott und Vater aller, der über allem und durch alles und in allem ist.“ (Epheserbrief 4:6; Einheitsübersetzung)

Zeitlose Weisheit muss jedoch immer an den jeweiligen kulturellen Kontext angepasst werden, um sie so für die nachfolgenden Generationen zugänglich zu machen. Die nicht-öffentliche Lehren und rituellen Praktiken der Ogdoadischen Tradition christlicher Mysterien werden dabei im unmittelbaren Austausch und stufenweise vermittelt. Dies ermöglicht dem Eingeweihten sicher und in seinem eigenen Tempo voranzuschreiten. 

Wir benötigen Ihre Zustimmung zum Laden der Übersetzungen

Wir nutzen einen Drittanbieter-Service, um den Inhalt der Website zu übersetzen, der möglicherweise Daten über Ihre Aktivitäten sammelt. Bitte überprüfen Sie die Details in der Datenschutzerklärung und akzeptieren Sie den Dienst, um die Übersetzungen zu sehen.